Wien, 13. April 2026

Sehr geehrte Damen und Herren,

in der Sendung "Apropos Klassik" anlässlich des Geburtstags von Joseph Lanner wurde derart viel Unfug über diesen Komponisten verzapft, dass die Toleranzgrenze eines Musikers und Musikwissenschaftlers hart strapaziert wurde. Ist denn das Honorar wirklich so gering, dass Herr Maurer vor so einer Sendung nicht einmal einen Blick in Wikipedia machen, oder wenigstens den im Internet zugänglichen Katalog der von ihm erwähnten Lanner-Ausstellung des Jahres 2001 konsultieren konnte? 

Aus Zeitgründen ist es mir nicht möglich, alle Fehler in dieser Sendung aufzuzählen. Als kleines Gratisseminar will ich doch ein paar der gröbsten Schnitzer nennen:

Muss man sich beim Thema Lanner immer der Kolportage von Wiener Lokalmärchen befleißigen und die Hörerverdummung auf die Spitze treiben? Warum lässt man solche Sendungen von Leuten machen, denen dazu jede fachliche Qualifikation fehlt? Herr Maurer bemerkte ja nicht einmal, dass Lanner im Melodram "Die Septembertage in Wien" Schubert zitiert. 

Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Michael Lorenz

 


Am 14. April 2026 antwortete die Ö1-Redakteurin Mag. Elke Tschaikner wie folgt: "Vielen Dank für Ihre Rückmeldung, wir werden die einzelnen, von Ihnen angeführten Punkte redaktionsintern überprüfen." Eine weitere Antwort mit den allfälligen Ergebnissen dieser Überprüfung erfolgte nicht.

© Dr. Michael Lorenz 2026. Alle Rechte vorbehalten. Im Internet veröffentlicht am 11. Juli 2026.